mercoledì 4 dicembre 2013

La maledizione del faraone

by Siziliano

It haunted for months in the Museum of Manchester! The Egypt statue of Nebsenu (dated ca. 1800 B.C.) rotated within a hermetically closed display cabinet around its axis – without any human activity. The curator Campbell Price recognized something spooky in his museum: ‘when I first noticed that one of our statues has been rotated by ca. 180° and was presented with its back to the public, I asked myself who may have done so without informing me. However, next time when I observed, the statue was rotated again, into another direction, and the coming day again!’ Could it be that someone wanted to present the inscriptions on the back of the statue? In fact, the text at the back was a pray for the Ka of Nebsenu (Neb-senu), begging for bread, an ox, and poultry for his travel into the kingdom of the dead.

A colleague suggested, this long gone Egypt wished that someone speaks in his name these words for his well-being!

Apparently, human help was not needed for the rotations – and not possible to provide. A video camera especially installed gave proof that the statue moved by itself! … counterclockwise and exactly on the same point! However, Nebsenu did not move equally fast, during the day he was more in a hurry than during the night. Invisible forces? One suggestion could be magnetism, as the statue was crafted from baked Steatit that is known to show magnetic properties. But, why did the statue move here in his new showcase “Old Worlds”, and not in the former exhibition “Imagination of the afterworld in Old Egypt”?
Curator Price followed another path. Stearit is an outstandingly hard material, and in his new showcase, Nebsenu stands on polished glass: the friction between both these materials is extremely low. The Museum contacted 24 Acoustics Ltd, a company specialized on detection of vibrations. Company comments: ‘We measured over night and mounted a so-called accelerometer (an acceleration sensor).
Such sensors are used for detecting, e.g., seismic activity, so from closing until next morning opening everything was recorded: cars passing, steps of passengers, all quiet vibrations of the Manchester night. The records showed how the city comes to rest: between 23h and 1h the level of vibrations reduces, then until 5h in the morning the city is mostly quiet, after which time the noise level increases.

This same rhythm showed Nebsenu for his “dance”!

Good old Egypt noticed what humans cannot discern. ‘The lower level of human perception is at ca 0.14 to 0.3 mm/sec, but even during greatest noise the sensor recorded maximally 0.15 mm/sec; even the strongest vibrations were not recordable even by the most sensitive human senses’, reports the company.
So, the spook is over! It brought massive visitor numbers to the Museum, masses poured in. However, as now it is clear what makes the statue dance, Curator Price made it an end. Nebsenu now stands on small plates of wax – and does not dance any more.


Original in German:
Monatelang spukte es im britischen Manchester Museum: Die ägyptische Statue des Nebsenu drehte sich ohne menschliches Zutun in ihrer Glasvitrine um die eigene Achse. Nun ist das Geheimnis gelöst.
Zu Beginn diesen Jahres war Campbell Price aufgefallen, dass in seinem Museum etwas nicht mit rechten Dingen zuging. "Als ich zum ersten Mal bemerkte, dass eine unserer Statuetten um 180 Grad gedreht worden war und nun mit dem Rücken nach vorne stand, fragte ich mich noch, wer das getan haben könnte, ohne mir Bescheid zu sagen", berichtet der Kurator. "Aber als ich das nächste Mal in die Vitrine schaute, war die Statue wieder in eine andere Richtung gedreht - und einen Tag später wieder in eine neue Richtung."
Wollte jemand, dass die Inschrift auf der Rückseite der Statue lesbar wird? Dort steht ein Gebet - die Bitte um Brot, Ochsen und Geflügel für das Ka des Nebsenu. Ein Kollege vom Besucherservice mutmaßte, der alte Ägypter wolle, dass man die Zeilen für ihn spreche.
Magnetismus als unsichtbare Drehkraft?
Menschliche Hilfe benötigte Nebsenu jedenfalls nicht bei seinen Umdrehungen. Eine eigens installierte Videokamera belegte, dass die Statue sich ganz von allein drehte: gegen den Uhrzeigersinn und genau auf der Stelle. Allerdings bewegte Nebsenu sich nicht gleichmäßig. Tagsüber hatte er es offensichtlich eiliger als in der Nacht.
Gab es vielleicht unsichtbare Kräfte, die den Ägypter in Bewegung versetzten? Eine Möglichkeit wäre Magnetismus: Die Statuette ist aus Steatit - gebranntem Speckstein - gefertigt, der durchaus magnetische Eigenschaften haben kann. Doch warum hatten diese Nebsenu dann nicht auch in seiner alten Vitrine zum Thema "Ägyptische Jenseitsvorstellung" herumgeschoben, sondern erst, als er in der neuen Vitrine "Alte Welten" stand?
Price hatte noch eine andere Vermutung. Steatit ist ein sehr hartes Material, und in seiner neuen Vitrine steht Nebsenu auf Glas: Die Reibung zwischen diesen beiden Materialien ist nur äußerst gering. Das Museum kontaktierte schließlich 24 Acoustics Ltd., eine Firma, die auf die Messung von Vibrationen spezialisiert ist. "Wir führten die Messungen über Nacht durch und brachten dafür einen Beschleunigungssensor, ein sogenanntes Accelerometer, an dem Rahmen der Vitrine an", erklärt Steve Gosling, Experte für Gebäudevibrationen.
Kaum wahrnehmbare Vibrationen
Mit Beschleunigungssensoren kann man feinste Erschütterungen der Erde messen - etwa in Seismografen zur Erdbebenwarnung. Aber auch Smartphones verwenden die Technik für ihre Sensorik. Von Feierabend bis zur Öffnung des Museums am nächsten Morgen lief das Accelerometer durch und zeichnete alles auf, was Nebsenu bewegte: Autos, die am Museum vorbeifuhren, Schritte von vorbeieilenden Fußgängern, alle leisen Erschütterungen der Manchester Nacht.
Die Aufzeichnungen zeigten, wie die Stadt des Nachts zur Ruhe kommt. Zwischen 23 und 1 Uhr nehmen die Vibrationen deutlich ab. Dann ist Ruhe bis etwa um 5 Uhr morgens, wenn wieder die ersten Wecker klingeln. Und genau diesem Schlafzyklus der Stadt folgt auch der Tanz des Nebsenu: "Der Vibrationslevel korreliert stark mit dem Drehschwung der Statue", fand Gosling.
Der alte Ägypter war also tatsächlich sensibel für etwas, das wir Menschen nicht mehr wahrnehmen können. "Die untere Grenze der menschlichen Wahrnehmung liegt bei etwa 0,14 bis 0,30 Millimeter pro Sekunde", erklärt Gosling. Doch selbst als die Stadt am lautesten toste, schlug die Nadel an der Vitrine nur knapp über 0,15 Millimeter pro Sekunde aus. "Selbst die stärksten Vibrationen waren also selbst für die sensibelsten menschlichen Sinne kaum wahrnehmbar."
Dem Museum bescherte der Spuk jedenfalls glänzende Besucherzahlen. Massen strömten herbei, um den tanzenden Ägypter zu bestaunen. Nachdem jetzt aber feststeht, was ihn zu seinen Drehungen veranlasste, hat Campbell Price dem Spuk ein Ende gesetzt. Nebsenu steht jetzt auf kleinen Wachsplättchen - und tanzt nicht mehr.