domenica 7 dicembre 2014

Did they write? … probably not, but …

by Siziliano

A recent article in NATURE (1) describes identification of systematically incised lines on a shell found in the storerooms of the collection Dubois, at the National Museum Naturalis in Leiden (The Netherlands). The specimen had been found already in 1890 by the Dutch scientist Eugene Dubois on the Indonesian island Java and were just recently re-investigated.

All shell remains  are from adult animals indicating that they were collected for food instead of being left-over of a living colony. The most exciting aspect of this finding (it is assumed that the incisions have been made by means of a shark’s tooth) is that they are back dated to a time period between 430’000 and 540’000 years ago. At this time, no modern humans had developed, but instead this period is linked to the presence of Homo erectus. These findings, if they will be proven correctly assigned as for their age, would make them much, much  older than any incision/decoration found so far.


The geometric pattern on Pseudodon shell, from left to right, top to bottom: overview (scale bar – 1 cm); schematic representation; detail of main engraving area (scale bar – 1 cm); detail of the engraving (scale bar – 1 mm). Image credit: Josephine C. A. Joordens et al. From this site: http://www.sci-news.com/archaeology/science-homo-erectus-engraving-trinil-java-indonesia-02317.html

“At the moment we have no clue about the meaning or purpose of this engraving,” Prof Roebroeks said.

(1) Joordens J.C.A., d’Errico F., Wesselingh F.P., Munro S. de Vos, J., Wallinga, J. Ankjærgaard, C., Reimann, T., Wijbrans, J.R., Kuiper K.F., Mücher H.J., Coqueugniot, H., Prié, H.V., Joosten, I., van Os, B., Schulp, A.S., Panuel, M., van der Haas V., Lustenhouwer W., Reijmer J.J.G., Roebroeks, W. 2014. Homo erectus at Trinil on Java used shells for tool production and engraving, Nature 10.1038/nature19362.


Information from SpiegelOnline, 03.12.2014 http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/insel-java-aelteste-gravuren-menschlichen-ursprungs-entdeckt-a-1006467.html

Insel Java: Älteste Gravuren menschlichen Ursprungs entdeckt
  

DPA/ Wim Lustenhouwer/ VU University Amsterdam/ npg


Sorgfältig geritzte Linien in Form eines M: Schon der Frühmensch Homo erectus war wohl in der Lage, exakte Gravuren herzustellen. Forscher rätseln über die Bedeutung der etwa 500.000 Jahre alten Muster. 

Leiden - Die bisher ältesten bekannten, von Urmenschen geschaffenen geometrischen Muster haben Forscher auf der indonesischen Insel Java entdeckt. Die Gravuren auf Muscheln seien zwischen 430.000 und 540.000 Jahre alt, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Nature". Die eingeritzten Linien seien damit über 300.000 Jahre älter als die bisher ältesten unbestritten menschlichen Gravuren.

Das Team um Josephine Joordens von der Universität Leiden (Niederlande) hatte Muscheln, Haizähne und andere Gegenstände aus der Sammlung Dubois des Nationalen Naturgeschichtlichen Museums Naturalis in Leiden untersucht. Der niederländische Anthropologe Eugène Dubois hatte die Stücke 1890 in Trinil auf Java eingesammelt, wo er bald darauf auch die ersten Knochen eines Urmenschen fand, der heute als Homo erectus bekannt ist.

Bei den Muscheln fiel den Forschern auf, dass die Schalen nur von erwachsenen Tieren stammen. Es handele sich sehr wahrscheinlich nicht um eine natürliche Muschelpopulation, sondern um die Überreste von Muschelmahlzeiten. Zudem haben fast 80 Prozent der gefundenen Schalen ein Loch an jener Stelle, an der bei der lebenden Muschel ein Muskel mit der Schale verbunden ist. Die Forschergruppe folgert, dass Homo erectus bewusst diese Stelle angebohrt hat, um die Muschel öffnen zu können und an das Fleisch zu gelangen.

Mehrere Muscheln zeigen zudem Spuren, die darauf hindeuten, dass sie als Werkzeuge fürs Schneiden und Schaben verwendet wurden. Eine äußere Schalenschicht weist eine Reihe von sorgfältig eingeritzten Linien auf, darunter in Form des Buchstabens M und eines spiegelverkehrten N. 
"Es gibt keine Lücken zwischen den Linien an den Wendepunkten, was nahelegt, dass darauf geachtet wurde, ein gleichmäßiges Muster zu schaffen", schreiben Joordens und Kollegen. Sie führten Experimente an ähnlichen Muscheln durch und demonstrierten, dass die Gravuren mit einem Haizahn hergestellt werden können.

Das Ergebnis war für die Wissenschaftler überraschend, weil bisher als wissenschaftlich gesichert galt, dass nur der moderne Mensch, Homo sapiens, in der Lage war, solch exakte Gravuren herzustellen. "Obwohl es derzeit nicht möglich ist, die Funktion oder Bedeutung der gravierten Muschel zu bewerten, weist die Entdeckung darauf hin, dass das Einritzen abstrakter Muster im Rahmen der geistigen und motorischen Fähigkeiten des asiatischen Homo erectus lag", heißt es in der Studie.

hda/dpa

On a similar topic see also, "Stone age code: rethinking the origins of human intelligence", by Alison George, The New Scientist 220(2944) 36-40 (2013), from which the following picture is taken:



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